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Stand: 14.06.12

 


Einleitung und Entwicklung der Rasse

Rassenstandard

1880 wurde der Standard für Pinscher und Schnauzer aufgestellt und im ersten deutschen Hundestammbuch niedergelegt. Am Anfang herrschte ein Durcheinander bezüglich des Types und der Bezeichnungen "Affenpinscher und Rauhaariger Zwergpinscher". Es war um die Jahrhundertwende, als die Bezeichnung "Zwergschnauzer" aufkam. Josef Berta (1. Vorsitzende des PSK von 1895 - 1921)schrieb damals, dass er sich den Rauhaarigen Zwergpinscher so vorstellte: "Figur, Kopf, Behaarung und Wesen als die verkleinerte Form des großen Bruders."
 

In seiner Richtertätigkeit fing J. Berta an, aus den verschieden-artigsten Typen der Rauhaarigen Zwergpinscher diejenigen herauszustellen, die in ihrem Erscheinungsbild dem von ihm erdachten Typ nahe kamen.
Der Rüde "Jocco-Fulda-Liliput 16", Farbe schwarz-gelb, 1898 gezüchtet, entsprach diesem Typ, hatte aber für die Zukunft keine Bedeutung, trug aber dazu bei, dass der Name "Zwergschnauzer" aufkam und im Band III des Pinscher-Zuchtbuches ab 1910 offiziell wurde.
In den ersten Zuchtbüchern finden wir bei den Zwergschnauzern die Farben schwarz mit gelben, hellen, grauen und braunen Abzeichen, schwarz, eisengrau, hasen-und-elchfarbig, gelbgrau etc.
 

Mit dem Auftreten des schwarzen Zwergschnauzers "Peter v. Westerberg", geboren 1902 kam
Leben und Bewegung in die Zwergschnauzerzucht.
Sein Sohn "Prinz von Rheinstein", gew. 1903 war schwarz-gelb und wird als Stammvater der Zwergschnauzer genannt. Er hatte großen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Rasse.
Eine bekannte Tochter von "Prinz" war "Perle von Chemnitz-Plauen", sie war schwarz mit grauen Abzeichen.
Aus einer Verpaarung von "Prinz" und "Perle" ging der bekannte "Gift von Chemnitz-Plauen", der schwarz-braun war hervor, der die typischen Zwergschnauzermerkmale aufwies und als hervorragender Vererber seiner Nachkommenschaft durch Generationen hindurch und in der Zucht richtungsweisend wurde.


Der Erfolg blieb nicht aus, die Idee und der Einsatz von J. Berta hatte sich gelohnt. Mit 363 Eintragungen schließt Band V des Pinscher-Zuchtbuches 1916 ab und mit 1505 Eintragungen bis zum 31.12.1923 erscheint Band I des Pinscher-Schnauzer-Zuchtbuches 1924.

Der Zwergschnauzer präsentierte sich als "Schnauzerzwerg" und fand so viele Liebhaber.
Zwergschnauzer mit den verschiedenfarbigen Abzeichen,  mit Abzeichen wie gelben, weißen, grauen oder braunen Abzeichen gab es schon von Anfang an.
Aus den verschiedenen Farben bei den Zwergschnauzern konzentrierte man sich bei der Zucht auf rein schwarz oder auf die Pfeffersalzfarbe.
Ab 1938 wurden die Zwergschnauzer mit Abzeichen von den Ausstellungen in Deutschland verbannt und der Rest des Kontinents sowie England folgten dem Beispiel. In den USA, Kanada und Australien wurde die Farbe weiterhin anerkannt. Schon in den dreißiger Jahren kommen die schwarzen Zwergschnauzer mit hellen Abzeichen (aus pfeffersalz stammend) als vollendeter Typ in den USA und Kanada zum Vorschein.
1938 wurde die Farbe schwarz mit hellen Abzeichen von Amerikanischen Kennel Klub offiziell als "black and silver" (schwarz-silber) anerkannt.

In den zwanziger und dreißiger Jahren waren die Zwergschnauzer mit hellen Abzeichen eine weit verbreitete Farbe, die als Rückgang aus der Paarung von zwei Pf/Salz angesehen wurde. Die meisten Zwergschnauzer mit hellen Abzeichen wurden als Familienhunde verkauft, da keiner Interesse an ihnen zeigte. Einige wurden jedoch für die Zucht benutzt.
Unter ihnen war auch "Peppi von Hohndorf", die als schwarz-braun im Zuchtbuch eingetragen war. Ihre Tochter "Amsel v.d. Cyriaksburg", gew. 12.06.1921, die sehr wahrscheinlich schwarz-silber Erbanlagen hatte, wurde in die USA exportiert. Sie war die Stammutter der amerikanischer Zucht. Ihre Tochter "Fiffi of Marlou" und deren Tochter "Abigail of Marienhof" waren als "schwarz-silber" registriert. "Abigail" war die Urgroßmutter von dem ersten schwarz-silber Champion 1938 in den USA, und den Erfolg musste man in direkter Konkurrenz gegen die Farben schwarz und pfeffersalz erkämpfen, denn in den USA müssen die verschiedenen Farbschläge zusammen vor dem Richter erscheinen, eine Farbtrennung wie in Europa gibt es hier nicht. Von hier an begann der Siegeszug der schwarz-silbernen Zwergschnauzer in den USA und Kanada.

Verfolgt man die Ahnentafel der schwarz-silber Zwergschnauzer aus Übersee genügend weit nach rückwärts, so kann man feststellen, dass sie alle Nachzüchtungen ehemaliger Zwergschnauzer mit schwarz-roten bzw. schwarz mit hellen Abzeichen sind.

Ein größeres Interesse an dem Zwergschnauzer schwarz-silber entwickelte sich erst in den 60-er Jahren. Einen Meilenstein für die europäische Zwergschnauzer schwarz-silber  Zucht setzte 1967 Frieda Steiger aus Grünnenmatt i.E. (Schweiz). Sie importierte 1967 den kanadischen Zwergschnauzer schwarz-silber Rüden "Sylva Sprite Pyewacker". Seine Nachkommen wurden in Anhangregister des Schweizer Hundestammbuches eingetragen.

Die "Sternstunde" der Zwergschnauzer schwarz-silber Zucht in Europa schlug 1972 mit dem Import des Zwergschnauzer schwarz-silber Rüden "Tributes Tuxedo Junction" (genannt Joy) vom Züchter David Ross in Toronto (Kanada).
"Joy" wurde der Stammvater von Frieda Steigers schwarz-silber Zucht und ist bei fast allen europäischen Zuchtlinien als Ahne anzutreffen.

Als Idealistin fand sie hier eine Aufgabe, die sie glänzend gelöst hat, wer kennt nicht die schwarz-silbernen "Schnauzi's" aus Grünnematt i.E. (Schweiz), "Schnauzi's Pyewacket, Melissa, Nanette, Quina, King", um nur einige zu nennen.

Die zielstrebige Arbeit von Frieda Steiger der "Lady black-silver", wie man sie liebevoll nannte, hatte ihren züchterischen Erfolg gefunden, aber es war ein langer und schwerer Weg, bei dem auch Rückschläge nicht ausblieben. Eine Züchterin aus Leidenschaft, ohne ihren unermüdlichen Einsatz für die schwarz-silber Zwergschnauzer hätten wir wohl kaum die Qualität an schwarz-silber Zwergschnauzer aufzuweisen. Dafür gebührt ihr an dieser Stelle Anerkennung und Dank.

Am 14.05.1976 auf der Jahreshauptversammlung des PSK 1895 e.V. in Münster wurde der Zwergschnauzer schwarz-silber als besondere Rasse von  dem erweiterten Vorstand des PSK anerkannt.
Die Zwergschnauzer schwarz-silber wurden für die Zucht und für Ausstellungen freigegeben.
Am 11.08.1976 wurde in Deutschland der erste Zwergschnauzer schwarz-silber Wurf im Zwinger "vom Hausberg" geboren.
Die Internationale Anerkennung als siebte Varietät der Schnauzerrassen durch die FCI erfolgte am 16.06.1977 aus der FCI Generalversammlung in Hernig (Dänemark).

 

Quelle:

Peter Marx, Hausberg-Verlag 35510 Butzbach
www.vomhausberg.de